WordPress, Baukasten oder wie finde ich die richtige Plattform für meine Webseite?

Die neue eigene Webseite, egal ob privat oder beruflich, stellt einen erst mal vor die Frage, welche Plattform eigentlich die richtige ist. Wer das für sich beantworten möchte, sollte sich über folgende Aspekte im Vorfeld klar sein:

  • Wie groß ist meine Bereitschaft, mich mit wie viel Technik auseinanderzusetzen? 
  • Wieviel Geld möchte ich ausgeben?
  • Wieviel Zeit möchte ich für die Erstellung und/oder Pflege meiner Website aufwenden?
  • Wie wichtig ist mir ein absolut flexibles System, das ich jederzeit beliebig ausbauen und verändern kann? 
  • Was kann und möchte ich selbst machen und für welchen Part benötige ich externe Unterstützung?

1. Der Website-Baukasten

Wer sich nicht (oder so wenig wie möglich:-)) mit Technik auseinandersetzen möchte, für den ist ein Website-Baukasten sicherlich eine komfortable Option mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis. Man entscheidet sich für einen Anbieter wie z.B. Jimdo, Wix, Squarespace etc. und kann aus einer ganzen Reihe verschiedener Designvorlagen, Seitenelementen und Funktionen wählen. Installation, Hosting und Updates werden vom Baukastenbetreiber übernommen und man hat als Anwender nichts damit zu tun.

 

Die Designvorlagen wurden von professionellen Webdesignern entwickelt und bieten eine gute Gestaltungsgrundlage. Ehrlicherweise muss man an dieser Stelle sagen, dass dennoch Geschick, Gespür für Gestaltung und Erfahrung dazu gehören, um aus den Vorlagen eine ansprechende Website machen zu können. Ebenso ist die Auswahl und der Einbau von Elementen, wie z.B. Suchfunktionen oder Social-Media-Feeds für einen Anfänger nicht immer ganz einfach und selbsterklärend. Hinzukommen Fragen nach webadäquaten Texten, weboptimierten Bildern, Suchmaschinenoptimierung uvm.(An dieser Stelle helfe ich natürlich gerne weiter...)

 

Unschlagbar simpel und leicht zu erlernen, ist es allerdings, mit diesen Systemen seine Webseiteninhalte immer aktuell zu halten. Denn die Bearbeitung erfolgt nach dem WYSIWIG("What your see is what you get")-Prinzip, d.h. man kann Änderungen direkt auf der Benutzeroberfläche der Website vornehmen und sieht das Eingaberesultat sofort – abstrakte Eingabemasken bleiben einem somit erspart.

 

Ebensowenig muss man sich um irgendwelche Software-Updates kümmern. Diese erfolgen automatisch im Hintergrund, ohne dass man als Anwender davon etwas mitbekommt, geschweige denn irgendwas tun muss. Die Webseite ist also immer auf dem aktuellsten Stand und kann technisch nicht veralten. 

2. WordPress.org

Zunächst einmal muss man unterscheiden zwischen wordpress.org und wordpress.com. Letzteres ist ebenfalls eine Art Baukasten, bietet aber weniger als die oben genannten, sodass ich hier nicht weiter darauf eingehen möchte.

 

Vergleicht man also Wordpress.org mit einem der oben genannten Baukastensysteme, sind es in erster Linie die Vielzahl an technischen Möglichkeiten und die beliebige Erweiterbarkeit, die einem ins Auge stechen – für nahezu jeden Anwendungsfall stehen dem Anwender sogenannte Plugins zur Verfügung. Sollen z.B. auf der Website eines Hotels Datenbankinformationen für die Onlinebuchung abgerufen werden, ist dies mit einer WordPress-basierten Lösung zu realisieren, der Baukasten stößt hier an seine Grenzen.

 

Ebenfalls bestechend ist die unglaubliche Auswahl von Designvorlagen (=Themes), die teilweise kostenlos oder zu einem überschaubaren Preis (meist zwischen 30 € und 100 €) installiert werden können. Darüber hinaus lässt sich der Code beliebig verändern und kann allen individuellen (Design-)Wünschen angepasst werden. 

 

Dass dies nicht ohne einschlägige, technische Kenntnisse oder externe Hilfe zu bewerkstelligen ist, versteht sich von selbst. Von der Auswahl des geeigneten Hostinganbieters, der Installation der Website, der Auswahl und Gestaltung eines geeigneten Themes bis hin zur Suche nach den richtigen Plug-Ins ist es für den Anfänger ein weiter und oft steiniger Weg.

 

Darüber hinaus muss man immer die technische Aktualität und Funktionsfähigkeit der Website im Blick behalten: Sind alle aktuellen Updates installiert? Laufen die einzelnen Plug-Ins reibungslos oder behindern sie sich in ihren Funktionen? Sind die wichtigsten Sicherheits- und Backupmaßnahmen getroffen? Speziell dieser letzte Punkt spielt bei Wordpress eine wichtige Rolle, denn durch die Beliebtheit des Systems ist es auch bei Hackern und Angreifern sehr beliebt – und eine nicht sorgfältig gepflegte Wordpress-Installation ist ein leichtes Ziel. 

Fazit

Die "richtige" Plattform, die allen Anforderungen gerecht wird, gibt es nicht. Jeder muss für sich entscheiden, mit welchem System er am meisten Lust hat zu arbeiten, wieviel Zeit er investieren möchte und welches Budget zur Verfügung steht.

 

Wofür Sie sich letztendlich aber auch entscheiden, kommt es doch in erster Linie darauf an, eine Website zu haben, die Ihr Unternehmen oder Ihren Verein klar, ansprechend und benutzerfreundlich präsentiert. Meine feste Überzeugung: Auf den Inhalt kommt es an!